Schieferkapelle

In unserem Vierkanter befindet sich die sogenannte Schieferkapelle des Zisterzienserstiftes Schlierbach.

Das Schiefergut in Oberschlierbach wurde in den Jahren von 1900 dem Zisterzienserstift Schlierbach zum Kauf angeboten. Es wurde aber erst im März 1902 gekauft und als Weidegut eingerichtet. Da der Stiftsschaffner, heute Verwalter, öfters am Schiefergut zu tun hatte, richtete man 1911 ein Kapelle ein.

Der Altaraufsatz mit dem Tabernakel stammte vom Dreifaltigkeitsaltar der Kirchdorfer Pfarrkiche. Die Marienstatue und die Glasfenster spendete Prior P. Moritz Stadler. Die Statue des Hl. Leonhard stand einst auf dem Hochaltar in Nußbach. Als in Nußbach die neugotischen Altäre angeschafft wurden, wollte man die alte Leonhard-Statue nicht mehr. Sie fand in der Schieferkapelle einen würdigen Platz.

Gebet zum Heiligen Leonhard:

Wir ziehen zu Dir, Sankt Leonhard,
Du Mann von guter, alter Art
Du hast ein Herz fürs liebe Vieh
und was du segnest, kränkelt nie
Du kannst aus Zwang und Ketten –
Gefangene erretten.

Der damalige Pfarrer von Wartberg, P. Robert Fürst, kaufte eine Glocke für das Türmchen. Diese musste im 1. Weltkrieg abgeliefert werden und fiel dem Kriegswirren zum Opfer.

Schmiedmeister Hauser in der Schwärz fertigte das Turmkreuz.

Die Bewohner von Oberschlierbach wurden aber damals bei der Errichtung der Kapelle nicht zur Mithilfe herangezogen. Am Zustandekommen der Kapelle hatte sich neben P. Prior der damalige Stiftsschaffner P. Gerhard Huemer sehr verdient gemacht.

Am 20. Juli 1911 wurde die Kapelle von Prior P. Moritz eingeweiht und die Hl. Messe gefeiert. Wohl die 1., die überhaupt im Gebiet der heutigen Gemeinde Oberschlierbach gelesen wurde. Große Freude herrschte bei Priester und Volk, besonders bei denjenigen, die den weiten Weg zur Stiftskirche nicht mehr machen konnten.

Ab 1919 erfüllt Abt Dr. Alois Wiesinger einen Wunsch der OberschlierbacherInnen: Es wurde vorläufig jeden Sonntag ein Gottesdienst zugesagt. Dabei ist es bis heute geblieben.

Nach dem 2. Weltkrieg, von Mai bis September 1946, wurde die Kapelle vergrößert. Die Planung stammte von P. Josef Stögmüller. Er selbst leitete den Umbau. Von P. Petru Raukamp (selbst Glasmaler) wurden neue Fenster geschaffen.

Im Sommer 1947 schuf Prof. Alfred Stifter aus Linz das Gemälde an der Altarwand. P. Petrus, der damalige Seelsorger am Schiefer wollte auch die beiden Seitenwände von Prof. Stifter ausmalen lassen. Da es aber bei einem Teil der OberschlierbacherInnen eine heftige Ablehnung gab, wagte er nicht den Plan zu verwirklichen. So blieb das Werk leider unvollendet.

1947 bekam die Schieferkapelle wieder eine 85 kg schwere Glocke. Sie wurde in St. Florian gegossen. Am 1. Oktober 1949 wurde die Kaplanei Schiefer vom Ordinariat in LInz aufgelassen. Das änderte aber nichts an der Seelsorge. In den folgenden Jahren versah bis 1972 P. Wilhelm Ortner die Seelsorge am Schiefer. Ein neuer Altar mit Tabernakel wurde angeschafft. Unter P. Bernhard Kohout Berghammer wurde ein Volksaltar aufgestellt. 1981 wurde anläßlich des 70 Jahr Jubiläums eine größere Renovierung durchgeführt.

Der Hl. Leonhard wurde von der Werkstätte Rauch – Tauber in Altmünster in seiner ursprünglichen Form auf das originale Poliment – Glanzgold restauriert un neu im Altarraum aufgestellt.

Die Text stammt von Mag. P. Raphael Schweinberer.

Heiliger Leonhard

„LEONHARD (franz. Léonard, Lienard), Einsiedler, Heiliger, im 6. Jahrhundert im heutigen St.-Léonard-de-Noblat bei Limoges lebend, angebliches Sterbedatum 6. 11. 559, heutige Gedächtnisfeier 6. November. Der Hl. Leonhard ist der Schutzpatron des Viehs, der Viehhändler, der Schwangeren und der Verbrecher.

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